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Reise nach Lyon vom 5. bis 8. September

Die Kehrseite der deutsch-französischen Freundschaft zwischen Hirschberg und Brignais? „Wir haben doch einige Bürgermeister verschlissen“, sagte Paul Minssieux im Scherz, als er am Donnerstagabend die Hirschberger Delegation im Rathaus von Brignais empfing. Schließlich habe die seit 33 Jahren andauernde Partnerschaft, so der Rathauschef von Brignais, schon einige Bürgermeisterpaare miterlebt. Angefangen bei Michel Thiers und Werner Oeldorf, dann Manuel Just und Minssieux selbst. Mit Hirschbergs frisch-gebackenem Bürgermeister Ralf Gänshirt, der Minssieux in dieser Funktion unlängst einen Besuch abgestattet hatte, breche nun eine neue Ära an. „Ich bin zuversichtlich, dass Gänshirt die Partnerschaft ganz im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft weiterführen wird.“

Dessen ist sich auch Danielle Fouache, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Hirschberg, sicher: „Ralf Gänshirt ist von klein auf in den Zauberkessel der Partnerschaft gefallen.“ Doch nicht nur auf politischer oder auf Vereinsebene gilt die Herausforderung, die Partnerschaft zu pflegen. Sie muss auch von den Menschen gelebt werden. 49 Hirschberger gehen mit gutem Beispiel voran.

Am frühen Donnerstagmorgen waren sie mit dem Bus zu ihrer viertägigen Reise nach Frankreich aufgebrochen. Das obligatorische Picknick mit Crémant, Käse, Baguette durfte nicht fehlen. Wenngleich die Reise in diesem Jahr nach Lyon, Pérouges, Crémieux führte, ließen es sich die Reisenden nicht nehmen, auch in Brignais vorbeizuschauen.

„Wir teilen dieselben Werte“

Das große Engagement zeige, wie sehr die Partnerschaft allen am Herzen liege, sagte Minssieux: „Über die Jahre hinweg habe ich immer wieder feststellen können, dass wir dieselben gemeinsamen Werte, dieselbe Vorstellung von Toleranz sowie einen offenen Geist teilen. Vielleicht“, sagte Minssieux und antwortete auf eine Anmerkung in der vorangegangenen Rede von Danielle Fouache, „hat es in den letzten Jahren weniger gemeinsame Austauschprojekte gegeben. Dennoch hatten wir Themen, gerade was die Bereiche Jugend und Schule anbelangt. Und auch die Ausstellung des Malers Patrick Marquès in der Hirschberger Rathausgalerie ist ein voller Erfolg gewesen.“

Marquès bestätigte dies und lud am Abend in sein Atelier ein. Allzu lange blieb man nicht – schon am nächsten Morgen stand die Führung durch die Altstadt Lyons an, zu der unter anderem der Besuch der Cathédrale Saint Jean und der stadttypischen „Traboules“ zählte. Das sind Passagen, die durch private Innenhöfe führen und als Abkürzungen genutzt werden – und in denen es mal nach frischen Croissants duftet, wenn sie direkt neben einer Bäckerei verlaufen.

Apropos Essen: Lyoner Spezialitäten wollten die Hirschberger ebenfalls unbedingt probieren und testeten unter anderem die kloßähnlichen „Quenelles“. Und weil der Partnerschaftsverein eine besondere Vorliebe für die authentische französische Küche hat, ging es nach einer Bootsfahrt auf der Saône und der Entdeckung des neuen, modernen Lyoner Viertels Confluence zum Abendessen zu Spitzenkoch Paul Bocuse – zumindest in dessen Restaurant „Fond Rose“.

Kunstwerke zum Kreuzweg

Sehr emotional ging es in der Kirche Saint-Clair von Brignais zu, wo Patrick Marquès auf berührende Weise seine Kunstwerke des Kreuzweges vorstellte und die Reisenden sichtlich berührte. „Schon allein dafür hat sich die Reise gelohnt“, sagte eine Teilnehmerin. Anschließend führte die Reise nicht nur nach Pérouges und Crémieux, sondern auch zurück in der Zeit – zu einem Mittelaltermarkt. Den Abschluss der Reise besiegelte das gemeinsames Liedersingen, Essen und Trinken. Eigentlich war für die Rückfahrt noch ein Besuch in Schweighouse vorgesehen – der nachgeholt wird. 

 

WN vom 9. September

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